{"id":385,"date":"2018-07-05T22:12:33","date_gmt":"2018-07-05T20:12:33","guid":{"rendered":"http:\/\/jenecon.alkaid.uberspace.de\/wordpress\/?p=385"},"modified":"2020-04-20T13:10:56","modified_gmt":"2020-04-20T11:10:56","slug":"urheberrecht-im-digitalen-zeitalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jenecon.uber.space\/wordpress\/?p=385","title":{"rendered":"Urheberrecht im digitalen Zeitalter"},"content":{"rendered":"<p>In ihrem Kommentar \u201e<em>Es geht um Fairness \u2013 nicht um Zensur<\/em>\u201c in der FAZ vom 4.7.2018 pl\u00e4diert die Stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses des Europ\u00e4ischen Parlaments, Helga Tr\u00fcpel, wie schon bereits in fr\u00fcheren Kommentaren, f\u00fcr eine starke ordnungs\u00f6konomische Antwort der Gesellschaft auf die Macht der Digitalkonzerne. Die Spielregeln im Umgang mit Daten und in diesem Fall auch mit den Urheberrechten sollten nicht von den gro\u00dfen Plattformen diktiert werden, sondern m\u00fcssten gesellschaftliche gestaltet und f\u00fcr diese Konzerne verbindlich durchsetzbar gemacht werden. Wer den \u201edigitalen Kapitalismus\u201c mit den Spielregeln der Sozialen Marktwirtschaft z\u00e4hmen will, muss auf neue technologische Entwicklungen neue ordnungs\u00f6konomische Antworten entwickeln. Soweit die sehr \u00fcberzeugende Grundhaltung von Frau Tr\u00fcpel, die ich teile.<\/p>\n<p>Sie k\u00fcndigt an, im Europaparlament deshalb <em>f\u00fcr<\/em> die Vorschl\u00e4ge des Rechtsausschusses zur Reform des EU-Urheberrechts zu stimmen. Sie begr\u00fcndet dies mit der Fairness gegen\u00fcber den Kreativen, deren Sch\u00f6pfungen von Digitalplattformen indirekt enorm erfolgreich vermarktet werden, an diesem Erfolg jedoch nicht fair partizipieren. Auch dieser Gedanke ist im Gro\u00dfen und Ganzen richtig. Der Teufel steckt jedoch im Detail, und hier macht es sich Frau Tr\u00fcpel leider sehr einfach, auch wenn sie mit dem Rekurs auf den philosophischen Freiheitsbegriff und dem Berufen auf ordnungs\u00f6konomische Grunds\u00e4tze versucht, die eher schlichten Argumente intellektuell zu veredeln.<\/p>\n<p>Sie diagnostiziert, dass viele aus der \u201eNetzgemeinde\u201c, die sich gegen ein strengeres, auf die Digitalwirtschaft ausgelegtes Urheberrecht aussprechen, einem anarchistischen und letztlich \u201eneoliberalen\u201c Freiheitsbegriff \u201eauf den Leim gehen\u201c. Diesen radikalen Freiheitsbegriff findet Frau Tr\u00fcpel erstaunlich, weil doch ansonsten dieselbe Klientel etwa bei Fragen der Globalisierung sich f\u00fcr strikte Regulierungen des freien Marktes bzw. des Freihandels einsetzen, damit soziale und \u00f6kologische Standards gew\u00e4hrleistet werden. Dieser Interpretation widerspreche ich. Das Einsetzen f\u00fcr soziale und \u00f6kologische Regulierungen entspringt demselben Freiheitsbegriff: Freiheit erfordert, dass der Einzelne die Konsequenzen seiner Entscheidungen \u00fcberschauen, bewerten, und verantworten kann. <a href=\"http:\/\/jenecon.alkaid.uberspace.de\/wordpress\/2015\/12\/06\/ein-globalisierungsparadoxon-weniger-effizienz-durch-mehr-freihandel\/\">Bei Vorliegen von Externalit\u00e4ten und Informationsasymmetrien gew\u00e4hrleistet aber der Markt und dessen Preissystem dies aber gerade nicht<\/a>. Mit zunehmender Globalisierung wird es sogar immer schwieriger, die globalen Handlungsfolgen z.B. von Konsumentscheidungen zu verantworten, da sie sich nur sehr unzureichend im Preissystem widerspiegeln und somit die souver\u00e4ne freie Entscheidung letztlich unterminieren. Die Begriffe \u201efreier Markt\u201c und \u201eFreihandel\u201c, verstanden als ein m\u00f6glichst unreguliertes System, sind ein v\u00f6lliges Missverst\u00e4ndnis. Wer regulatorische Umweltstandards als \u201eHemmnis f\u00fcr den Freihandel\u201c bezeichnet, versteht von Allokationstheorie und dem Funktionieren von M\u00e4rkten nichts. Hier kann man der angesprochenen Klientel also ein ein aufgekl\u00e4rtes modernes Verst\u00e4ndnis von Freiheit und Liberalismus zusprechen, was Frau Tr\u00fcpel auch tut.<\/p>\n<p>Mit demselben Freiheitsverst\u00e4ndnis kann man nun fragen, wie es um die Macht der Digitalkonzerne und -plattformen bestellt ist und wie eine Gesellschaft regulatorisch bzw. ordnungs\u00f6konomisch darauf antworten soll. Die diesbez\u00fcgliche Beschlussvorlage des Europaparlaments, dem Frau Tr\u00fcpel zuzustimmen gedenkt, sieht vor, dass Digitalplattformen selbst, nicht nur die Nutzer, welche urheberrechtlich gesch\u00fctztes Material hochladen, f\u00fcr die Urheberrechtsverletzungen verantwortlich gemacht werden. Daher sollen sie verpflichtet werden, Uploadfilter zu verwenden. In der Tat gibt es bereits Technologien, die von Google entwickelt und bei Youtube eingesetzt werden, welche Grundlage f\u00fcr solche Filter sein k\u00f6nnten (ContentID). Kritiker bef\u00fcrchten das Entstehen einer \u201eZensurmaschine\u201c. Frau Tr\u00fcpel wiederum weist dies zur\u00fcck und argumentiert, dass es hier um Fairness gegen\u00fcber den Urhebern und nicht um Zensur ginge, und unterstellt den Kritikern unn\u00f6tigerweise ein anarchistisches Freiheitsverst\u00e4ndnis, also letztlich fehlenden Respekt vor den Kreativen. Das ist leider au\u00dferordentlich schlicht, zumal auch der sonstige Aufbau ihres FAZ-Beitrags logisch holpert. In zahlreichen Kommentaren, u.a. auch in der FAZ oder im Deutschlandfunk, wurde auf mehrere sehr gut begr\u00fcndbare Probleme dieser Filtertechnologie hingewiesen, die das eigentliche Ziel ggf. sogar unterminieren k\u00f6nnen. Auf all dies geht Frau Tr\u00fcpel gar nicht ein. Sie w\u00e4gt kein F\u00fcr und Wider ab, sie stellt den Chancen der Zielerreichung nicht die Risiken von Kollateralsch\u00e4nden gegen\u00fcber. Als Politiker*in f\u00fchlt man sich vermutlich wirkm\u00e4chtig, wenn man etwas beschlie\u00dfen kann, was die \u00f6konomische und gesellschaftliche Realit\u00e4t gegen die Interessen der Gro\u00dfkonzerne ver\u00e4ndert. Das \u00fcbt einen gro\u00dfen Reiz aus, der einen leicht verdr\u00e4ngen l\u00e4sst, wie wenig man als Politiker*in \u00fcber die Details digitaler Technologien und deren \u00f6konomischen Anreizwirkungen letztlich wei\u00df. Nur zur Erinnerung seien ein paar Stichpunkte zu den Uploadfiltern genannt:<\/p>\n<ul>\n<li>Diese Technologie ist sehr aufw\u00e4ndig, aber zwingend notwendig, wenn sich Konzerne vor Klagen gegen Urheberrechtsverletzungen sch\u00fctzen m\u00fcssen. Um Millionen oder Milliarden von Content-Schnipseln auf etwaige Rechtsverletzungen zu \u00fcberpr\u00fcfen, m\u00fcssen Algorithmen eingesetzt werden, die KI-basiert erlernen, wann es sich um eine Rechtsverletzung handelt. Wegen dieses sehr hohen Know-Hows und technologischen Aufwandes werden sich kleine Anbieter das nicht leisten k\u00f6nnen. Die Macht der ohnehin schon sehr gro\u00dfen Konzerne wirkt gest\u00e4rkt, da nun kaum \u00fcberwindbare Markteintrittsbarrieren bestehen.<\/li>\n<li>Die Algorithmen werden nie perfekt in ihrem Urteil sein. Es wird Fehler erster und zweiter Ordnung geben (zul\u00e4ssiger Content wird falsch als unzul\u00e4ssig erkannt, unzul\u00e4ssiger Content wird falsch als zul\u00e4ssig erkannt). Da der zweite Fehler dem Konzern teuer zu stehen kommen kann, wird im Zweifel lieber viel zu viel als unzul\u00e4ssig aussortiert. Daher die Bef\u00fcrchtung der \u201eZensur\u201c. Beispiele f\u00fcr \u00dcberfilterung finden sich t\u00e4glich in den Medien. Da solche Digitalplattformen faktisch zu einer Infrastruktur gesellschaftlichen Austauschs geworden sind, muss mindestens ein Recht bestehen, zu Unrecht gefilterten Content doch wieder hochladen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Die Bef\u00fcrworter verwenden meist die sehr schlichten Beispiele um ihre Position zu begr\u00fcnden, etwa das unzul\u00e4ssige Hochladen eines Musikvideos von Beyonc\u00e9, wo auch der einf\u00e4ltigste B\u00fcrger einsehen kann, dass das nicht in Ordnung ist. Aber was ist, wenn diese Musik, vom Algorithmus gerade noch so identifizierbar, im Hintergrund eines privaten Partyvideos zu h\u00f6ren ist? Oder wenn jemand diesen Song nachspielt oder parodiert oder nur auf der Stra\u00dfe pfeift? Was ist mit verfremdeten, z.B. parodierenden Filmsequenzen? Das Urheberrecht gilt auch f\u00fcr Texte: Was ist mit dem Zitatrecht? Usw. usw. Es gibt sehr viele Beispiele, die nur auf den ersten Blick als konstruiert wirken, die aber einen sehr gro\u00dfen Teil gesellschaftlicher Debattenkultur und Kreativit\u00e4t ausmachen. Es reicht hier nicht darauf zu verweisen, dass es Beyonc\u00e9 ganz sicher nicht darum geht, solche Dinge zu unterbinden. Es liegt gar nicht in der Hand von Beyonc\u00e9, sondern in der Hand ihrer Rechteverwerter sowie in der Hand der Abmahnindustrie. Also im Zweifel: lieber den Filter zu scharf stellen!<\/li>\n<li>Der Schutz der Kreativen im Bereich Musik, Film, Text usw. ist au\u00dferordentlich wichtig und die Notwendigkeit einer fairen Verg\u00fctung sollte nicht bezweifelt werden. Da ist Frau Tr\u00fcpel unbedingt zuzustimmen. Die Gesellschaft ist auf Kreative angewiesen. Was bei digitalen G\u00fctern jedoch \u201efair\u201c bedeutet, ist nicht a priori klar und eindeutig. Das Reklamieren des Begriffes \u201efair\u201c f\u00fcr die eigene Position immunisiert diese und delegitimiert die Gegenposition. Das kann problematisch werden. Ich m\u00f6chte daran erinnern, dass in aller Regel nicht die Kreativen unmittelbar, sondern deren Rechteverwerter von einer Verg\u00fctung profitieren. Diese verf\u00fcgen ebenfalls \u00fcber Marktmacht, und ihr Gesch\u00e4ftsmodell kann man zumindest teilweise als Extraktion von Renten verstehen. Die innere Anreizstruktur solcher Rechteverwerter f\u00fchrt h\u00e4ufig dazu, dass vor allem wenig erfolgreiche Kreative weit \u00fcberproportional von Verg\u00fctungen profitieren (\u201eSuperstar\u201c-Ph\u00e4nomen), viele kleinere Kreative jedoch kaum oder gar nicht. Es sind daher Superstars wie Paul McCartney, die sich f\u00fcr die Versch\u00e4rfung des Urheberrechts einsetzen, oder die Musikindustrie, die sich zum Anwalt des kleinen K\u00fcnstlers aufschwingt. Man kann sich einmal umgekehrt die Frage stellen, ob ein Kreativer, der zwar jenseits der bekannten Plattformen gewisse Einnahmen mit seinen Leistungen generiert (oder auch nicht), auf den Plattformen sein Material sowie s\u00e4mtlicher Content, den der Algorithmus irgendwie mit seinem gesch\u00fctzten Material in Verbindung bringt, aber geblockt wird, besser gestellt ist als jetzt. W\u00fcrde er\/sie das wollen? Technologien wie ContentID oder auch Experimente mit Blockchains k\u00f6nnten eine M\u00f6glichkeit bieten, jenseits kommerzieller Rechteverwerter einzelnen Kreativen die M\u00f6glichkeit zu geben, die Nutzung der Werke besser zu kontrollieren und ggf. Einnahmen zu generieren. Solche Ans\u00e4tze entwickeln sich aber aus dem Know-How der Tech-Unternehmen heraus, nicht aus der staatlichen Regulierung derselben, die in ihrer ordnungs\u00f6konomischen Phantasielosigkeit erstarrt ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das zweite gro\u00dfe Gebiet der EU-Urheberrechtsreform ist das Leistungsschutzrecht, welches Digitalkonzerne dazu zwingen soll, f\u00fcr Text-Content (in erster Linie sind das \u00dcberschriften und Teaser von Nachrichten von Journalisten bzw. deren Zeitungsverlagen) etwas zu bezahlen. Ein solches Leistungsschutzrecht gibt es in Deutschland bereits, und es ist wirkungslos geblieben. Zwar muss z.B. Google (\u201eGoogle News\u201c) Lizenzen erwerben, um das Recht zu erhalten, solche \u00dcberschriften und Teaser im eigenen Dienstleistungsangebot verwenden zu d\u00fcrfen. Jedoch hat Google die Zeitungsverlage quasi gezwungen, solche Lizenzen kostenlos zu erteilen. Ansonsten w\u00fcrde man eben Nachrichten des betreffenden Zeitungsverlages bei \u201eGoogle News\u201c einfach nicht mehr zeigen. Die Bef\u00fcrworter eines europ\u00e4ischen Leistungschutzrechtes argumentieren, dass die Gegenmacht der Verlage nat\u00fcrlich sehr viel gr\u00f6\u00dfer werde, wenn dieses Recht nunmehr europaweit gelte. Man k\u00f6nne dann viel eher \u201eauf Augenh\u00f6he\u201c verhandeln. Auf den ersten Blick wirkt das \u00fcberzeugend, und Politiker*innen gen\u00fcgt in aller Regel nur der erste Blick. Man stelle sich zwei Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>Warum nur waren deutsche Zeitungsverleger bereit, Google solche Lizenzen kostenlos zu geben? Verleger erzielen R\u00fcckfl\u00fcsse aus dem physischen Verkauf der Zeitungen und Zeitschriften, von Digital-Abos, vor allem aber durch Werbeeinnahmen und ggf. dem Verkauf von Nutzeer(meta)daten an Analysefirmen im Fall des Online-Angebotes. Google News hilft dabei, Nutzer auf die eigenen News-Seiten zu bekommen um dort Klicks und Werbeeinnahmen zu generieren. Davon profitieren die Verlage offenbar in dem Ma\u00dfe, das es ihnen profitabel erscheinen l\u00e4sst, auf Lizenzeinnahmen zu verzichten statt nicht gelistet zu werden. \u00d6konomisch gesehen gibt es also bereits auch ohne Leistungsschutzrecht einen Preis f\u00fcr die Nutzung des digitalen Gutes, auch wenn hier keine monet\u00e4ren Zahlungen von Google erfolgen, aber doch eine digitale Leistung, die kein Verlag missen m\u00f6chte. Es w\u00e4re sogar denkbar, dass Google eine Geb\u00fchr daf\u00fcr verlangt, bei \u201eGoogle News\u201c gelistet zu werden. In \u00e4hnlicher Weise zahlen Nutzer von Google Maps oder der anderen Diensten keinen monet\u00e4ren Preis, sie zahlen mit ihren Daten, welche die Konzerne au\u00dferordentlich erfolgreich verwerten. Das \u00f6konomische Verst\u00e4ndnis von Anreizstrukturen und Austauschbeziehungen ist eben ein wenig anders und komplexer als bei nicht-digitalen G\u00fctern. Dennoch versuchen Politiker, das althergebrachte Instrumentarium des Urheber- und Leistungsschutzrechtes in derselben Weise auch im digitalen Bereich anzuwenden und verstehen dieses dann als \u201ezeitgem\u00e4\u00dfe Anpassung an die neuen digitalen Herausforderungen\u201c. Im Grunde entstammen die Analyse- und Begr\u00fcndungsmuster aber noch aus der Zeit der Lehrbuch-\u00d6konomik nicht-digitaler G\u00fcter. Das trifft trotz ihrer lobenswerten Grundhaltung auch auf Frau Tr\u00fcpel zu.<\/li>\n<li>Wenn nun ein EU-Leistungsschutzrecht gilt, was w\u00fcrde sich substanziell an den \u00f6konomischen Abw\u00e4gungen der Verlage \u00e4ndern? Das Argument, nunmehr \u201eauf Augenh\u00f6he\u201c, also mit \u00e4hnlicher Marktmacht verhandeln zu k\u00f6nnen, setzt voraus, das sich alle Verlage zu einem Verhandlungs<em>kartell<\/em> zusammenschlie\u00dfen \u2013 ordnungs\u00f6konomisch problematisch, wenn auch vielleicht tolerierbar im Sinn der \u201ecountervailing power\u201c. M\u00f6glicherweise gelingt es tats\u00e4chlich, Google zu Lizenzzahlungen zu bewegen. Es ist aber mindestens ebenso wahrscheinlich, dass Google News in Europa ohnehin nicht gerade der gro\u00dfe Profitbringer ist und dann kurzerhand eingestellt wird, weil man keine Lust hat mit einem europ\u00e4ischen Verlegerkartell zu verhandeln. Oder man listet nur noch nicht-europ\u00e4ische Konkurrenten. Das w\u00e4re dann ein toller Erfolg des Gesetzes. Um der Gefahr, dann eben weniger Klicks und weniger Werbeeinnahmen zu bekommen, besteht f\u00fcr einzelne Verlage dann der starke Anreiz, sich aus \u00f6konomischem Eigeninteresse heraus aus dem Kartell zu verabschieden und Google wieder eine Gratislizenz anzubieten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir, dass sich gew\u00e4hlte Politiker*innen nicht blo\u00df mit dem Augenscheinlichen, dem ersten Blick, dem Vordergr\u00fcndigen, dem was sich technisch uninformierten B\u00fcrgern gut verkaufen l\u00e4sst, begn\u00fcgen. Kluge regulatorische Antworten auf neue digitale Herausforderungen erfordern leider eine Auseinandersetzung mit technischen und \u00f6konomischen Detailfragen und dem m\u00fchseligen Abw\u00e4gen von erw\u00fcnschten Effekten und unerw\u00fcnschten Kollateralsch\u00e4den. Es ist nicht damit getan, mit gro\u00dfer Geste den Kritikern der eigenen Symbolpolitik einen \u201efalschen Freiheitsbegriff\u201c, Geringachtung der Kreativen und mangelnde Fairness zu unterstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ihrem Kommentar \u201eEs geht um Fairness \u2013 nicht um Zensur\u201c in der FAZ vom 4.7.2018 pl\u00e4diert die Stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses des Europ\u00e4ischen Parlaments, Helga Tr\u00fcpel, wie schon bereits in fr\u00fcheren Kommentaren, f\u00fcr eine starke ordnungs\u00f6konomische Antwort der Gesellschaft auf die Macht der Digitalkonzerne. 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